September 2017

Am 2. September holen wir das Boot in Kaltenhof bei Kiel ab.

Beate mit Ole Ehlert in Kaltenhof

 

Angekommen auf dem Bauernhof von Beates Schwester

 

Oktober 2017

Am 14. kam das Boot auf seinen Abstellplatz für den kommenden Winter:

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Die vorhandenen Zeichnungen werden studiert und die vorhandene Kajüte wird ausgemessen.  Es erweist sich sehr vorteilhaft, dass fast keine Abweichungen zum Bauplan vorhanden sind und auch keine unzugänglichen Stellen eingebaut wurden.

Der zur Erreichung des gewünschten Komfortgewinns nötige Umfang des Kajütausbaus wird auf den Skizzen deutlich:
  




Eine wichtige Anregung für die Lösung, die Höhe nicht mit einem komplett hochgezogenen Kajütaufbau zu erreichen, sondern nur den wichtigen Bereich am Niedergang und an der Pantry in Form eines kleinen Deckshauses auszuführen, war ein Sperrholzklassiker aus den 50-60er Jahren:


Von den Schiffen findet man noch einige auf der Ostsee, so wie hier gesehen beim Jahrestörn 2015 in Nowe Warpno. Weiter hinten im Hafen kann, wer das Boot kennt, noch eine weitere Anregung entdecken, nämlich den wohnlicher umgebauten Seeteufel von Heimo.

 

Mai 2018

Der Winter ist vorbei, die Autos müssen die Garage für den Diabolo räumen und endlich kommt das neue Boot heim in den Vorgarten.

                     Der Ausblick aus dem Schlafzimmerfenster.

August 2018

Der TÜV des Trailers ist einer der wenigen Arbeitspakete, die ich mir zeitlich nicht frei einteilen kann. Da wir auch noch kein passendes, eigenes Zugfahrzeug haben, ist es eine etwas umständliche Aktion.

Vorgesehen war nur eine Aufrüstung für die geplanten, längeren Fahrstrecken von Ditzingen an die Segelreviere (Ersatzrad, Kielauflage mit Längsanschlag, ...). Für die TÜV-Abnahme musste zusätzlich jedoch auch noch eine Fehlstelle am Rahmen geschweißt und die Bremsanlage nachgestellt werden. Dann bekam der 33 Jahre alte Trailer mängelfrei seine Plakette.

 

September 2018

Seit die Didi im Vorgarten steht, ist real eigentlich noch nicht viel daran passiert. Aber die Überlegungen, wie alles später einmal aussehen soll, machen Fortschritte. Die frühere Nutzung als Daysailer im Heimatrevier und der vorgeseheen Einsatzzweck als vielseitiges Urlaubs-Tourenboot erfordern doch eine recht unterschiedliche Ausstattung, wenn alles passen soll.

Aber wenn ich das schöne Boot so täglich vor Augen habe, kommen mir schon Zweifel am Vorhaben, es gleich wieder teilweise zu zersägen. Besser also erst mal keine unüberlegten Aktivitäten! Zudem wird meine Zeitplanung auch von anderen Randbedingungen beeinflusst. Durch die unglückliche Diesel-Fahrverbotssituation im Raum Stuttgart und das sehr dürftige Angebot an passenden Fahrzeugen, wird sich die Anschaffung des neuen Zugfahrzeug für die Segelurlaube noch etwas hinziehen. Das könnte aber gut mit einem andern, weit angenehmeren Faktor zusammengehen, nämlich mit der erfreulichen Vorruhestandsregelung meines Arbeitgebers. Diese ermöglicht es mir früher als gedacht genug Zeit sowohl fürs Sägen, als auch fürs Segeln zu haben. Dann wäre es blöd, wenn alles passt, aber das Boot ist nicht einsatzfähig. Daher habe ich mich dazu entschlossen, die vorgesehenen Veränderungen Schritt für Schritt auszuführen. Damit können auch die praktischen Erfahrungen mit dem für uns neuen und ungewohnten Boot besser mit einfließen und das Risiko von Fehlplanungen verringern. Wenn man sinnvoll vorgeht und den geplanten Endausbau nicht aus den Augen verliert, lassen sich die verschiedenen Optimierungswünsche auch einzeln durchführen und zeitlich auf die Segelurlaube abstimmen.

Nach einzelnen Funktionsbaugruppen gegliedert, stelle ich mir die hauptsächlichen Umbauaktivitäten folgendermaßen vor:

 


A) Rigg und Deck

Mastlegevorrichtung: dimensionsbedingt aufwändiger als vom Diabolo gewohnt, aber unerlässlich für die Beweglichkeit im Urlaubsrevier

Umrüstung auf Rollfock, Lazyjacks und andere Bedienungserleichterungen: für entspanntes und problemloses Segeln

Top-Down-Roller für Gennaker: macht die Handhabung deutlich stressfreier

B) Bugbereich

Bugplattform mit Ankerführung und Anschlagpunkt für Gennaker: praktische Anordnung für ein Fahrtenboot, auch wenn es nicht jedem gefällt

Kettenkasten mit Ankerwinde: wenn man älter wird, scheint der Anker in jeder Saison schwerer zu werden 

C) Schlafkajüte

Kojenunterbau mit Federung, dicke Matratze, normales Bettzeug: durch das (für uns) relativ geräumige "Schlafzimmer" reicht der Platz jetzt endlich dafür aus

Mehr und praktische Staufächer und Ablagen: immer gut 

D) Salon

Pantry nach Stb verlegen, Dinette für 2 Personen an Bb. Beides nicht zu aufwändig ausgeführt, da es nur zum Teil im Endausbau verwendbar ist: für die Wohnlichkeit unerlässlich

Salonausbau inklusive Einrichtung auf endgültige Höhe und Länge: aufwändiger Umbauschritt

Steuerhausaufbau: Stehhöhe zum Strecken der alten Knochen

Innensteuerstand: das Endziel heisst immer noch "Motorsegler"

E) Toilette

Batterie in die Toilette verlegen: für die Trimmung zwar ungünstiger, aber damit wird ein praktischer Stauraum in der Schlafkajüte frei. Falls mal ein Außenborder mit E-Start angeschafft werden sollte, sind die Kabel ein gutes Stück kürzer.

Umrüstung auf Chemietoilette: Die Toilette wird hauptsächlich benutzt werden, wenn am Liegeplatz keine Sanitäreinrichtungen oder keine Deckung vorhanden ist. Ein Pumpklo kann dort aber sowieso nicht benutzt werden. Allein die Umschaltventile und Leitungen für einen Fäkalientank wären schon teurer als das ganze Porta-Potti. Unterwegs reicht auch ein Eimer und über Bord damit.

Fenster zum Öffnen: auch zum Trocknen des Regenzeugs sinnvoll 

F) Cockpit

Handlenzpumpe: wichtiges, aber leider noch nicht vorhandenes Sicherheitsmerkmal

Heizungseinbau in vorhandene Backskiste: absolutes Muss, z. B. für Skandinavientörns und zur Saisonverlängerung

Süllrand mit Ablagefächern: nicht mehr so sportlich wie das vorhandene, jollenartige Layout, aber besseres Sicherheitsgefühl

Weitere Backskisten: die beiden Hundekojen brauchen wir nicht 

G) Heckbereich

Doppelruder, vorhandener 4PS-Motor in der Spiegelmitte: durch die positiven Erfahrungen mit dem Doppelruder am Diabolo halte ich das für die eindeutig beste Anordnung an einem breiten Gleiterheck

Neuer Motor ca. 10 PS, mit Fernschaltung und evtl. Anlasser: genug Leistung für Strömungsreviere oder schlechtes Wetter

Nötige Umbauten für Kombination mit wahlweiser Innensteuerung: damit wird der Motorsegler komplett

Oktober 2018

Mit den Innenbasteleien beginne ich im Toilettenraum. Das Pumpklo wird durch ein Chemieklo ersetzt, wobei die Borddurchlässe erhalten bleiben. Sie müssen natürlich gut abgedichtet werden aber man weiß ja nie, ob man sie vielleicht später wieder nutzen möchte. Die Bodenbretter werden enstprechend ergänzt, außerdem kommen eigentlich nur ein paar Ablagefächer hinzu und für einen Laien mögen die Fortschritte klein aussehen. Aber mir war klar, dass alles recht zeitaufwändig wird und ich bin daher recht zufrieden.

Mit einem kleinen Umweg über den Garten habe ich einen nahezu ebenen Einstieg als Alternative zur Leiter.










Da der Hubkiel in der Toillettenlängswand läuft, hat der Raum zwangsläufig (relativ) komfortable Abmessungen. Wir müssen auch nur zwei Garnituren Ölzeug aufhängen können so dass der Raum seitlich mit Fächern möglichst praktisch augestattet werden kann.

 

Wenn zwei Bootsbauer die Elektrik nach ihren Vorstellungen gestalten, sieht das Ergebnis auf den ersten Blick etwas unübersichtlich aus. Aber bisher funktioniert alles auf Anhieb. Die Leitungslänge von der Batterie über die Hauptsicherung und den Trennschalter zur Verteilung beträgt weniger als einen Meter.









Und im Normalzustand sieht es sehr aufgeräumt aus.

 


November 2018

Gerade vorhin haben wir das Boot winterfest abgedeckt. Nachdem die Witterung im November bisher unerwartet noch brauchbar war, ist es inzwischen definitv zu kalt und ungemütlich zum Basteln.



Das war die im Originalzustand doch sehr spartanische Vorschiffskajüte. Auf der rechten Längskoje ist eines der Auflagebretter zu sehen.









Zukünftig soll es deutlich bequemer werden.


Hier ist der Bettaufbau mit den gefederten Matratzenauflagern zu sehen. Die Aufteilung der Auflagebretter so, daß sie einerseits zum vorhandenen Unterbau passen und andererseits eine praktische Zugänglichkeit des Stauraums und im Bedarfsfall der Rumpfwand von innen ermöglichen, war nicht so einfach. Die Holzteile können jetzt über den Winter in der Werkstatt lackiert werden.



Die Mahagoniteile werden erst im Frühjahr verklebt und lackiert. Aber mit etwas Phantasie sieht es fast schon gemütlich aus.